Navigation
Sie sind hier: Home › Aktuellster Beitrag › Rangertour im Sundergrund

Rangertour im Sundergrund

28. Juli 2016 | Aktuellster Beitrag

Autor: Hermann Muigg

Hermann und Antonia im Juli 2016

Gedanken zur Almwirtschaft:

Die Almwirtschaft, eine uralte Wirtschaftsform steht mit der Jagd bis in unsere Gegenwart in enger Verbindung.

Bild1
Schon die Jäger der Frühzeit entdeckten, dass es im Sommer auf den Höhen der Berge großflächige Wiesen mit saftigen Kräutern gibt.
Lange bevor die Almwirtschaft begann, waren die Bewohner auf die Jagd und das Sammeln von Nahrung in den Wäldern und Hochlagen angewiesen.
Viele Talböden blieben bis in mittelalterliche Zeit unwirtlich, versumpft und mit dichten Sträuchern bewachsen.
Im Gegensatz zu heute hatte in früheren Zeiten die Almwirtschaft und Nutzung der Bergweiden Vorrang, die Winterhaltung des Viehs in den tieferen Lagen war hingegen eine bloße Notwendigkeit.

Bild2

Die tief eingeschnittenen Täler und die darüber liegenden Kare zeigen günstige Witterungs- und Klimaverhältnisse für das Wachstum der Flora mit all den nährstoffreichen Almkräutern.
Die Weideflächen auf den erdreichen, mächtigen Schutt- und Geröllhalden in den Zillertaler und Tuxer Alpen bieten für das Almvieh bestes Futter.

Mit der Gründung von Viehhöfen im 10. bis 13. Jahrhundert fand die traditionelle Almwirtschaft ihre Blütezeit.

Bild4

Gravierende Klimaverschlechterungen im 16. Jahrhundert brachten für die Almwirtschaft einen schweren Rückschlag. In der sogenannten kleinen Eiszeit die von ca. 1500 bis 1850 währte, sind die Alpengletscher massiv gewachsen.
Hochgelegene Almen verödeten und wurden aufgelassen.
Der dramatische Niedergang der Almwirtschaft ging Hand in Hand mit der allgemeinen Krise im Bauernstand zu dieser Zeit.

Bild5

Durch die Auflassung vieler Bauernhöfe wuchs ein großer Teil des Almbodens zu und ging als wertvolle Weide verloren.
Der Verlust bester Äsungsverhältnisse führte auch zum Rückgang des Wildbestandes.

In der jüngeren Zeit hat auch die Öffentlichkeit die Bedeutung der Almwirtschaft erkannt. Die Almen erfordern regelmäßige Pflege und die Almbauern bewähren sich als Landschaftspfleger. Die Bergregionen mit ihren herrlichen Almen haben auch für den Schutz der Alpen und den Fortbestand ihrer Kultur und mittlerweile auch für den Tourismus eine besondere wirtschaftliche Bedeutung. Im Zillertal ist das Besondere, dass überwiegend noch Milchvieh auf die Almen aufgetrieben wird und ein gut funktionierender Kreislauf zwischen den Almbewirtschaftern und den regionalen Sennereien besteht.

Written by Hermann Muigg

Kategorien

  • Aktuellster Beitrag
  • Flora
  • Fauna
  • Hochgebirge
  • Naturfotografie
  • Berg aktiv
  • Begegnungen
  • Seitentäler
    • Floitengrund
    • Gunggl
    • Stillup
    • Schlegeis/Zamser Grund
    • Zillergrund
    • Zemmgrund

Neueste Beiträge

  • Der Sommer verabschiedet sich
  • Gebietserweiterung – neue Schutzgebietstafeln
  • Auf den Weg zum Ursprung des Zillers

Archive

zur Naturparkseite

Unsere Ranger

Hermann Muigg
Antonia Muigg
Herbert Grasl
Maria Fankhauser
Janine Kauf
Nina Helmschrott

Ranger unterwegs

Link Tipps

Sommerprogramm
Karwendel Blog

rss facebook youtube

Hochgebirgs-Naturpark Zillertaler Alpen
Naturparkhaus, A - 6295 Ginzling 239

E-Mail info@naturpark-zillertal.at
www.naturpark-zillertal.at

Telefon +43 5286 52181
Fax +43 5286 52184

                                                                                                                                                                           

© 2025 Ranger-Tagebuch aus dem Hochgebirgs-Naturpark